Spieltagsanalyse

Spieltagsanalyse: Regensburg – Fortuna

3. Liga 6. Spieltag 15. September 2026 1:2

Ein Aufbaufehler, ein starker Angriff über beide Seiten und ein Jokertor: Fortunas 2:1 zeigt Fortschritt und das verbleibende Risiko zugleich.

3. Liga · 6. Spieltag · 15.09.2026 · 19:00 Uhr (Ortszeit) · Jahnstadion Regensburg, Regensburg · Endstand 1:2

MIT BALLBeim Ausgleich verband Fortuna den eigenen Strafraum mit van der Sloots Flanke und Wekessers Lauf zum langen Pfosten.

GEGEN DEN BALLDer frühe Aufbauverlust brachte Regensburg in Führung. Eigene Ballbesitzphasen mussten deshalb auch den möglichen Gegenangriff absichern.

Vier Minuten liegen zwischen dem Fehler und der Antwort. In der 18. Minute trifft Boujellab nach einem Düsseldorfer Aufbauverlust, in der 22. Minute gleicht Wekesser aus. Fortunas späterer 2:1-Sieg in Regensburg lässt sich an diesem Gegensatz gut erklären: Der eigene Aufbau bleibt riskant, bietet aber auch die Grundlage für den besten Angriff des Spiels.

Regensburgs Trainer Sascha Hildmann bestätigte anschließend, dass seine Mannschaft früh Druck machen wollte. Fortuna musste deshalb schon nahe dem eigenen Tor Entscheidungen unter Zeitdruck treffen. Wekesser und van der Sloot begannen auf den Außenverteidigerpositionen, Hottmann im Angriff.

Der lange Pfosten macht den Seitenwechsel wertvoll

Der Ausgleich beginnt im eigenen Strafraum und endet nach van der Sloots Hereingabe bei Wekesser am langen Pfosten. Uns überzeugt daran die Verbindung der beiden Seiten. Rechts wird der Angriff vorgetragen und die Flanke gespielt; links läuft ein Mitspieler in den Raum, den die Abwehr gleichzeitig schützen muss. Der Ballweg hat ein vorbereitetes Ziel.

Gerade gegen frühes Anlaufen ist das ein guter Ansatz. Wird der erste Druck überwunden, muss der folgende Pass die neu gewonnene Zeit nutzen. Bleibt die ballferne Seite unbesetzt, kann der Gegner wieder zusammenrücken. Wekessers Beteiligung verhindert in der Torszene genau das: Die Hereingabe endet bei einem Düsseldorfer, der den Angriff auf der anderen Seite fortsetzt.

Der Preis für einen aufrückenden Außenverteidiger bleibt die Sicherung hinter ihm. Unsere Schlussfolgerung ist deshalb keine pauschale Forderung nach zwei ständig hohen Außenverteidigern. Sinnvoll ist der Lauf dann, wenn seine Mitspieler die Räume dahinter übernehmen können.

Eixler hält die nächste Möglichkeit am Leben

Der eingewechselte Eixler entscheidet die Partie in der 80. Minute. In seiner Erklärung nach dem Spiel betont er den Lauf hinter Schleusener. Das ist taktisch interessant, weil eine erste Passidee nicht jeden Angriff abschließen muss. Wer weiterläuft und erreichbar bleibt, gibt einer noch offenen Szene eine zweite Lösung.

Damit liefert die Bank einen klaren Beitrag. Wir würden den Wechsel an genau dieser Wirkung messen: Eixler bringt sich in den fortgesetzten Angriff ein und nutzt die Chance. Eine grundsätzlich neue Formation muss man dafür nicht behaupten.

Ende kritisierte trotz des Sieges weiterhin kleine Fehler im Passspiel. Nach einem Gegentor aus eigenem Aufbau ist das berechtigt. Gute Lösungen wie der Ausgleich werden erst dann zu einer stabilen Stärke, wenn die einfachen Verbindungen vorher ebenfalls zuverlässig funktionieren.

Die AUFBAULINIE-Einschätzung

Die beste taktische Lösung war für uns der Ausgleich über beide Seiten. Ebenso positiv ist Eixlers weiterlaufende Unterstützung vor dem Siegtreffer. Beides sollte Fortuna beibehalten.

Verbessern würden wir vor allem die Abstimmung im ersten Aufbau: Der Pass muss zum angebotenen Winkel und zum Druck auf den Empfänger passen. Mutiger Fußball braucht keine fehlerfreie Mannschaft, aber er braucht eine klare Vorstellung davon, wer nach dem ersten Zuspiel erreichbar ist.

Quellen

Die Einordnung stützt sich auf die verlinkten Spielberichte und Stimmen. Eine vollständige eigene Videosichtung liegt dieser Fassung nicht zugrunde.